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SDS-Plus Bohrerköpfe erklärt: Vollhartmetall, Einteilig und Dreiteilig

Autor Zhonghuan Engineering Team
Veröffentlicht 2026-04-19
Lesezeit 14 min Lesezeit

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SDS-Plus Bohrerköpfe erklärt: Vollhartmetall, Einteilig und Dreiteilig
Abbildung 1.0: SDS-Plus Bohrerköpfe erklärt: Vollhartmetall, Einteilig und Dreiteilig Übersicht

Wichtige Spezifikationen / Erkenntnisse

  • 01. Dieser Leitfaden behandelt SDS-Plus-4-Schneider und Mehrschneiden-Kopfkonstruktionen, nicht jeden SDS-Plus-Bohrer am Markt.
  • 02. Der Durchmesser bestimmt meist die Kopfkonstruktion: Vollhartmetall bei kleinen Durchmessern, einteilig gelotet im mittleren Bereich und dreiteilig gelotet bei grosseren Durchmessern.
  • 03. Eine Bewehrungsfase ist eine kleine Fase an der Hartmetall-Aussenkante. Sie reduziert Ausbruche beim Kontakt mit Bewehrung, ersetzt aber keinen echten Bewehrungsschneider.
  • 04. Fur OEM-Einkauf zahlen Mustergeometrie, Lotnahtqualitat, Kopfbewegung nach Testbohrungen, Lochdurchmesser und chargenbezogene Hartmetallnachweise.

Was "4-Schneider" wirklich bedeutet

Nicht jeder SDS-Plus-Hammerbohrer ist ein 4-Schneider. Standard-2-Schneider bleiben in preisorientierten Kanalen weit verbreitet. Dieser Leitfaden behandelt SDS-Plus-4-Schneider und Mehrschneiden-Kopfkonstruktionen, also die Stufe, die Einkaufer fur Stahlbeton, saubere Ankerlocher und professionellen Dauereinsatz bewerten.

Was "4-Schneider" nicht verrät: Wie diese Kanten gefertigt wurden. Ein Bohrer kann vier Schneidkanten haben, die aus einem massiven Hartmetallblock geschliffen wurden, oder vier Kanten aus drei separaten, auf einen Stahlkörper gelöteten Hartmetallsegmenten. Die äußere Geometrie sieht fast identisch aus. Der Leistungsunterschied ist erheblich.

Die Fertigungsmethode wird durch den Durchmesser bestimmt. Bei größeren Bohrern werden das Schleifen aus massivem Hartmetall zu kostspielig und fertigungsaufwändig. Hersteller wechseln ab bestimmten Grenzwerten zum Löten — und innerhalb des Lötens von einteiliger zu mehrteiliger Konstruktion.

Vollhartmetall (5–10 mm): Aus massivem Hartmetall geschliffen

Bei Durchmessern von 5–10 mm ist eine vollständig aus einem Wolframkarbidblock geschliffene Schneide die leistungsstärkste Option. Es gibt keine Lötverbindung, keine Grenzfläche zwischen Hartmetall und Stahl in der Schneidzone.

Warum das für die Leistung wichtig ist: Eine Lötverbindung ist ein potenzieller Versagenspunkt. Unter Schlagbelastung — die genau das ist, was ein Bohrhammer erzeugt — erfährt die Verbindung zwischen Hartmetall und Stahlkörper wiederholte thermische und mechanische Wechselbelastung. Entfernt man die Verbindung, entfernt man diesen Versagensmodus.

Vollgeschliffene Schneiden bieten zudem überlegene geometrische Genauigkeit. Die Konzentrizität zwischen Schneidkanten und Schaft wird durch die Schleifmaschinentoleranz bestimmt, nicht durch eine Lötvorrichtung.

Versagensmodus: Thermischer Schockbruch und Eckenabplatzung statt Verbindungsdelamination. Hochwertige Vollschneiden verwenden YG8C-Hartmetall (92% WC, 8% Co, grobkörnig) — der richtige Kompromiss für Schlagbohren.

Warum Vollhartmetall nicht bei größeren Durchmessern: Der Hartmetallverbrauch steigt quadratisch mit dem Durchmesser. Bei einer 20-mm-Vollschneide würden allein die Materialkosten den Bohrer kommerziell unrentabel machen.

Einteilige Schneide (12–16 mm): Die eingelötete Variante

Ab etwa 12 mm bis 16 mm Durchmesser wechselt die Standardkonstruktion zu einer einteiligen geformten Hartmetallplatte, die auf den Stahlkörper gelötet wird. Das ergibt eine Lötverbindung.

Eine Verbindung vs. drei: Im Vergleich zur dreiteiligen Konstruktion bei größeren Durchmessern hat eine einteilige Schneide einen erheblichen strukturellen Vorteil: Es gibt nur eine Hartmetall-Stahl-Grenzfläche, die versagen kann.

Die Lötmethode bestimmt die Verbindungsqualität mehr als die Teileanzahl. Eine einteilige Schneide, die mit Standard-Flamm- oder Induktionslötung hergestellt wurde, hat eine poröse, geringfestigere Verbindung. Dieselbe einteilige Geometrie, unter Schutzatmosphäre gelötet bei 1040°C unter 10⁻³–10⁻⁵ mbar, liefert eine Verbindung mit 30–50% höherer Scherfestigkeit und nahezu null Porosität. Das äußere Erscheinungsbild ist identisch.

Versagensmodus: Schneidkopfablösung an der Lötgrenzfläche und progressive Lotermüdung unter wiederholter Thermowechselbelastung.

Dreiteilige Schneide (18–32 mm): Mehrsegment-Konstruktion

Oberhalb von etwa 18 mm wird es konstruktiv unpraktisch, eine 4-Schneider-Geometrie aus einer einzigen Hartmetallplatte zu formen. Der Standardansatz sind drei separate Hartmetallsegmente in einem Kreuzungsmuster auf dem Stahlkörper.

Die technische Begründung: Drei Segmente ermöglichen es, jedes Stück unabhängig zu bemessen und zu formen. Bei gut ausgeführter dreiteiliger Konstruktion können die Segmente mit hoher Präzision durch Lötvorrichtungen positioniert werden.

Die Qualitätsspanne ist hier am größten. Die kritischen Variablen sind:

  • Hartmetallsortenkonsistenz über alle drei Segmente
  • Lötlegierungszusammensetzung und Temperaturkontrolle
  • Vorrichtungsgenauigkeit beim Löten (bestimmt Konzentrizität)
  • Nachträgliches Schleifen auf Endgeometrie

Ein 3-teiliger Schneidkopf mit leicht fehlausgerichteten Segmenten bohrt ein überdimensioniertes oder ovales Loch — kritisch für die Dübelmontage.

Versagensmodus: Einzelnes Segmentablösen, progressives Versagen und geometrische Drift vor sichtbarem Versagen.

Entscheidungstabelle nach Durchmesser und Konstruktion

Fur den Einkauf ist der Durchmesser oft der schnellste Hinweis auf die Kopfkonstruktion. Die exakten Ubergange unterscheiden sich je nach Werk und Produktlinie, aber SDS-Plus-4-Schneider folgen meist diesem Muster.

DurchmesserTypische KonstruktionEinkaufsfokusHauptrisiko
5-10 mmVollhartmetall oder kompakte VollkopfgeometrieSchleifgenauigkeit, PGM-Toleranz, HartmetallzahigkeitAusbruche durch zu sprodes Hartmetall
12-16 mmEinteilig geloteter HartmetallkopfVakuumlotung und Ein-Verbindungs-FestigkeitKopfhebung oder Lotermudung
18-32 mmDreiteilig geloteter SegmentkopfVorrichtung, Konzentrizitat, SegmentausrichtungUbermassige oder ovale Bohrlocher

Verschleißmarke, Bewehrungsfase, Schneidschulter

Verschleißmarke (Anzeigelinien): Zwei cyanfarbene Linien auf der Hartmetallfläche markieren die minimale akzeptable Schneidenhöhe. Jenseits der Marke kann das Loch 0,3–0,5 mm überdimensioniert sein, was die Dübel-Auszugslast direkt reduziert.

Bewehrungsfase: Eine 45–60°-Phase am Außenrand der Schneideinlage ermöglicht dem Bohrer, an Bewehrungseisen abzulenken statt direkt hineinzufahren. Die Standzeit verlängert sich um ca. 20–40% in bewehrungsreichem Beton.

Schneidschulter: Der Schulterwinkel zwischen den vier Schneidkanten bestimmt, wie effizient der Bohrer den Betonkern bricht und Späne abführt. Ein steilerer Winkel verbessert die Penetration in hartem Beton; ein flacherer Winkel reduziert den Drehmomentsaufwand in weicheren Substraten.

Hartmetallsorte und Lötmethode: Die richtigen Fragen

1. Welche Hartmetallsorte wird verwendet? YG8C (92% WC, 8% Co, grobkörnig) ist die geeignete Sorte für Schlagbohren. Sie priorisiert Schlagzähigkeit über Härte. K10 ist härter, aber unter Hammerwirkung spröder. Ein Lieferant, der YG8C spezifiziert, zeigt genaues Fertigungswissen.

2. Welche Lötmethode wird verwendet? Schutzgaslöten bei ca. 1040°C unter Vakuum liefert eine Verbindung mit minimaler Porosität und 30–50% höherer Scherfestigkeit als Standard-Flamm- oder Induktionslöten. Fragen Sie explizit: Wird unter Schutzatmosphäre gelötet, und wie hoch ist der Kammerdruck beim Löten?

Musterprufung und Abnahmetests

Eine Musterfreigabe sollte nicht nur nach Bohrgeschwindigkeit erfolgen. Viele schwache Bohrer arbeiten in den ersten Lochern akzeptabel und verlieren danach Geometrie oder Lotnahtstabilitat.

  1. Kopf unter Vergrosserung prufen: ungleichmassige Lotnaht, dunkle Poren, Lotlucken und Segmentasymmetrie suchen.
  2. Bewehrungsfase prufen: die Fase muss gleichmassig an der Hartmetall-Aussenkante sichtbar sein.
  3. Rundlauf und Kopfzentrierung messen: besonders bei 18-32 mm dreiteiligen Kopfen.
  4. Kurztest bohren: 10-20 Locher in C25-C35 Beton, danach Kopfbewegung, Risse und Ausbruche prufen.
  5. Realen Lochdurchmesser messen: fur Ankerarbeit ist Masshaltigkeit wichtiger als subjektive Scharfe.

PGM-Zertifizierung und Dübellochgenauigkeit

PGM (Prüfgemeinschaft Mauerbohrer) zertifiziert SDS-Plus-Bohrergeometrie speziell für die Genauigkeit bei der Dübelmontage. Sie misst den tatsächlich erzeugten Lochdurchmesser im Standardprüfmaterial — strenger als ISO 5468.

Wenn der Bohrer ein Loch erzeugt, das 0,5 mm überdimensioniert ist, ist die Nennaustraglast des Dübels nicht erreichbar. PGM-Zertifizierung bedeutet, dass der Bohrer tested wurde und Löcher innerhalb der Toleranz erzeugt, die für die Anwendung der veröffentlichten Dübellastwerte erforderlich ist.

Beschaffungsleitfaden: Kopftyp nach Anwendung

Präzisionsdübelarbeiten (5–10 mm): Vollhartmetall-Kopfkonstruktion priorisieren. YG8C-Sorte und PGM-Zertifizierung bei strukturell relevanten Lochtoleranzen.

Allgemeiner professioneller Einsatz (12–16 mm): Einteilige Konstruktion mit Schutzgaslöten. Das ist der Bereich, in dem der Qualitätsunterschied zwischen OEM-Ware und Commodity kommerziell am deutlichsten sichtbar ist.

Großdurchmesserarbeiten (18–32 mm): Lötprozessdokumentation, Hartmetallsortennachweis und Konzentrizitätsmessdaten anfordern. Ein Hersteller, der diese Dokumente nicht liefern kann, hat bei diesem Durchmesserbereich keine Prozesskontrolle.

Bewehrungsreicher Beton bei jedem Durchmesser: Vorhandensein der Bewehrungsfase sicherstellen.

RFQ-Dokumente und Fragen fur OEM-Einkaufer

Wenn ein Einkaufer nur Durchmesser und Lange sendet, kann jeder Lieferant anbieten. Prozessnachweise trennen echte Hersteller schnell von Kataloghandlern.

  • Hartmetallnachweis: Sorte, Lieferant und nach Moglichkeit Chargenzertifikat.
  • Lotprozess: Vakuum-, Induktions- oder Flammloeten klar benennen lassen.
  • Konstruktion nach Durchmesser: 5-10 mm, 12-16 mm und 18-32 mm getrennt abfragen.
  • Geometriedaten: bei grossen Durchmessern Rundlauf- oder Konzentrizitatsdaten anfordern.
  • Verpackung und Zielmarkt: Bulk, Private Label oder Profi-Roehrchen verandern Kostenstruktur und QC-Anforderungen.

Zhonghuans Ansatz zur Schneidenkonstruktion

Unsere SDS-Plus-Bohrer werden über den gesamten Durchmesserbereich mit unter Schutzatmosphäre gelöteten Hartmetalleinsätzen gefertigt. Für kleine Durchmesser bieten wir Vollhartmetall-Kopfoptionen mit geschliffener Geometrie und YG8C-Spezifikation. Bei größeren Durchmessern ist unsere 3-teilige Konstruktion mit Hartmetallsortennachweis und Lötprozessdokumentation auf Anfrage erhältlich.

Wir fertigen nach OEM-Spezifikation für Auftragnehmer und Distributoren, die dokumentierte Prozesskontrolle benötigen. Kontaktieren Sie uns, um Spezifikationsanforderungen zu besprechen.

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