Die Methode
Handgeführtes Sprenglochbohren heißt: ein 10-kg-SDS-Max-Elektrobohrhammer (12–20 J) statt eines Druckluft-Jacklegs bohrt die Produktionssprenglöcher — 32 mm Durchmesser, 450–800 mm tief, ca. 15° geneigt, geladen mit ø25-mm-Patronen. Die Methode dominiert den Kleinbergbau der Anden und verbreitet sich überall dort, wo kleine Vortriebe und fehlende Druckluft eine Kompressorkette unpraktisch machen. Im spanischsprachigen Markt heißt das Gerät rotomartillo, der Bohrer broca minera.
Elektro vs. Druckluft
Elektro gewinnt bei Kapital und Mobilität: Hammer + kleiner Generator (Faustregel: ≥2× Nennleistung des Hammers) kosten einen Bruchteil von Kompressor, Leitung und Jackleg — und derselbe Hammer bohrt zwischen den Abschlägen Anker- und Knäpperlöcher. Der Jackleg bleibt überlegen, wo Druckluft vorhanden ist, wo Abschläge 1,6 m+ Löcher brauchen und wo reine Bohrgeschwindigkeit in sehr hartem Fels zählt. Nass- vs. Trockenbohren (Staub!) gehört in dieselbe Abwägung.
Lochmaß und Bohrergeometrie
Alles folgt aus einer Zahl: ø25-mm-Patrone → 32-mm-Loch → 7 mm Durchmesserspiel. Kaliberverschleiß frisst dieses Spiel; deshalb wird nach Kaliber ausgemustert, nicht nach Schärfe. Betonbohrer sterben im Fels an abrasivem Kaliberverschleiß, Schneidenausbruch beim Ansetzen auf unebener Ortsbrust und thermischer Ermüdung im tiefen Trockenloch. Bergbauköpfe antworten mit zwei Architekturen: verteilte Schlagflächen (6-Schneiden-Köpfe, auch DeWalts 3-Kopf/6-Flächen-Design) für runde, gerade Patronenlöcher — und der Mehrsegment-S-Schneider (Bosch SDS max-7 / ZHMAX-7 Klasse) mit geneigten Seitenschneidern für harten, abrasiven Fels. Darunter: feinkörniges Neuhartmetall, Schutzgaslöten, 42CrMo-Körper mit sauberer Wärmebehandlung.
Verschleiß und Kosten pro Meter
Kosten pro Meter = (Bohrerpreis ÷ Meter bis Kaliber-Ausmusterung) + Hammerabschreibung + Lohn pro Meter. Meter pro Bohrer schwanken mit dem Gestein zu stark für ehrliche Einzelwerte — abrasiver Quarzit verbraucht einen Bohrer in zehn Metern, weicher Kalkstein gibt Hunderte zurück. Konstant bleibt die Rangfolge: Hartmetallsorte, Lötverfahren und Kopfarchitektur verschieben das Ergebnis weit mehr als Markenaufkleber. Sicherheitsregel: niemals in Bohrlochpfeifen (Reste alter Sprenglöcher) nachbohren. Beschaffungsseite: SDS-Max-Bergbau-Bohrer Herstellerseite.